Die Entwicklung von Bevölkerung und Beschäftigung, sowie der Innovationsgrad der Unternehmen tragen wesentlich zur Dynamik der Freiburger Wirtschaft bei. Im interkantonalen Vergleich liegen allerdings Produktivität und Pro-Kopf-Einkommen hinter den Werten anderer Kantone zurück. Die Wirtschaftsförderung des Kantons Freiburg gab deshalb eine Studie in Auftrag. Unter dem Titel „Wettbewerbsfähigkeit der Freiburger Wirtschaft“ zeigt Philippe Gugler, Professor an der Universität Freiburg, die Ergebnisse dieser Arbeit auf.
Die Freiburger Wirtschaft stützt sich gemäss der Studie zu einem grossen Teil auf traditionelle Wirtschaftszweige ab. Deren Wettbewerbsposition und Marktattraktivität sind relativ schwach. Dadurch sind der Wettbewerbsfähigkeit des Kantons Grenzen gesetzt. Gleichzeitig attestiert die Studie einen guten technologischen Stand und stellt eine hohe Qualität bei den Bildungs- und Forschungsstätten fest. Ziel des Staatsrates ist es, durch gezielte Nutzung der Stärken des Kantons dessen Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu verbessern.
Strategische Ausrichtung zur Förderung von Clean Tech
Der Staatsrat beabsichtigt, das Konzept der Clean Tech (vgl. Kasten) als Basis für die Wirtschaftspolitik des Kantons Freiburg zu wählen. Mit diesem Konzept sollen Effizienzsteigerungen und Produktivitätsverbesserungen bei gleichzeitiger Reduktion der Emissionen und unter schonendem Einsatz der Ressourcen erreicht werden.
In diesem Zusammenhang bietet sich eine Konzentration auf die anerkannten Stärken des Kantons an. Dazu zählen insbesondere Baumaterialien (Holz, Stahl, Glas), energieeffizientes Bauen und Renovieren, Holzindustrie, Nanotechnologie, Kommunikation sowie Verkehr. Dem Wissenschafts- und Technologiezentrum des Kantons Freiburg kommt dabei eine Schlüsselrolle beim Technologietransfer und im Aufbau von Clustern (vgl. Kasten) zu.
Innovationsfähigkeit wird kontinuierlich verbessert
Die Strategie des Staatsrates baut bei der Verbesserung der Innovationsfähigkeit auf eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Hochschulen. Geprüft werden die Schaffung eines Technologieparks und die Inbetriebnahme einer Innovationsplattform. Weiter hat sich der Grosse Rat im Rahmen der Massnahmen zur Bewältigung der Krisenauswirkungen für die Schaffung eines Fonds zur Innovationsförderung ausgesprochen.
Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen
Zu den grössten Stärken des Wirtschaftsstandortes Freiburg zählen gemäss der Studie die Zweisprachigkeit und das Infrastrukturnetz im Bereich Schienen- und Strassenverkehr und in der Energieversorgung. Der Staatsrat hat mit seiner Beteiligung an der Einführung eines kantonsweiten Glasfasernetzes und der Umsetzung der S-Bahn Freiburg bereits weitere wichtige Ausbauentscheide gefällt, die eine nachhaltige Entwicklung begünstigen.
Die Schaffung eines Seed-Capital-Fonds und eine aktive Bodenpolitik verbessern die Rahmenbedingungen für Neuansiedlungen und Erweiterungsprojekte von Unternehmen zusätzlich.
Clean Tech Clean Tech umfasst Produkte, Dienstleitungen oder Leistungserstellungsprozesse, deren Beitrag zur Wertschöpfung nicht oder nur beschränkt auf nicht erneuerbaren Energien beruht bzw. deren Emissionen gegenüber einer konventionellen Wertschöpfung niedriger sind. Clean Tech umfasst sämtliche Wirtschaftsbereiche und eine umfassende Palette von Produkten und Dienstleistungen. Cluster Geografische Konzentration von Unternehmen, privaten und öffentlichen Institutionen und Vereinigungen verschiedener Industriezweige, die aus eigenem Antrieb vereinigt sind entweder als Interessengemeinschaft, durch gegenseitige Abhängigkeiten oder durch Komplementarität ihrer Wertschöpfung. |