Energieplanung des Kantons Freiburg: Der Staatsrat legt seinen Bericht vor
(12.10.2009)
Wie überall nimmt auch im Kanton Freiburg der Energieverbrauch ständig zu. Der Energiebedarf sowie die Fragen der Versorgungssicherheit und der Klimaproblematik stellen Herausforderungen dar, die jede und jeden von uns betreffen. Der Staatsrat ist sich seiner Verantwortung gegenüber den heutigen und künftigen Generationen in diesen grundlegenden Fragen bewusst und hat deshalb die Energie zu einem der zentralen Themen seines Regierungsprogramms 2007-2011 gemacht. Anhand einer Bilanz über die aktuelle Energielage im Kanton schlägt er für die kommenden Jahre eine ambitionierte Strategie für den Energieverbrauch und die Energieversorgung vor.
Der Bericht des Staatsrats über die Energieplanung (neue Energiestrategie), der gestützt auf die Resultate einer extern in Auftrag gegebenen Studie und unter Einbezug der betroffenen Kreise aufgestellt wurde, zieht zuerst Bilanz über die Lage im Kanton. Der Staatsrat stellt fest, dass sich die Energiedebatte in den letzten Jahren stark intensiviert hat und heute eine grosse Sorge sowohl in der Gesellschaft als auch in der Politik darstellt. Der Bericht befasst sich danach mit den Gewohnheiten der Energieverbraucher, ihren Auswirkungen auf die Umwelt und den mittel- und langfristigen Aussichten in diesem Bereich. Aufgrund dieser Analyse stellt der Staatsrat fest, dass seine Energiepolitik als angemessen gewertet werden kann angesichts des Rangs, den der Kanton bei der Wirkung der kantonalen Förderprogramme 2008 einnimmt (6. Rang auf nationaler Ebene). Ein weiterer Beweis ist der Erfolg seines Programms « Energie 2009 », das er im Rahmen des Plans zur Stützung der Wirtschaft gestartet hat und dessen Subventionen für den Bau von photovoltaischen Solaranlagen innert Wochen aufgebraucht waren. Der Staatsrat will sich jedoch nicht damit begnügen: Nach Prüfung der Szenarien für die kommenden Jahre schlägt er eine ambitionierte Energiestrategie vor, mit der als erste Etappe die Ziele einer « 4'000-Watt-Gesellschaft » bis 2030 anvisiert werden, um bis 2100 die « 2'000-Watt-Gesellschaft» zu realisieren. Im Hinblick auf dieses Ziel bietet der Bericht eine Einschätzung des Energiesparpotenzials in allen betroffenen Bereichen (Wärme, Elektrizität und Mobilität) sowie eine Aufstellung des Produktionspotenzials aus erneuerbaren Energiequellen (Holz, Biomasse, Windkraft, Photovoltaik usw.). Um diese Potenziale auszuschöpfen, schlägt der Staatsrat eine Reihe von Massnahmen vor, mit denen die Nutzung dieser Energiequellen für die Wärme- und Stromerzeugung im Kanton gefördert werden kann. Für die Umsetzung legt der Staatsrat besonderes Gewicht auf die Vorbildfunktion von Staat und Gemeinden insbesondere im Bereich der Gebäudesanierung. Er sieht ausserdem Anreizmassnahmen für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen und sparsamer Fahrzeuge sowie Informations- und Bildungsmassnahmen vor. Die Kosten dieser neuen Politik belaufen sich nach ersten Schätzungen auf etwa 17 Millionen Franken im Jahr, für deren Finanzierung alle Wirtschaftsakteure, das heisst die Unternehmen, die Privatpersonen, der Bund, der Kanton und die Gemeinden gemeinsam aufkommen müssen. Mit dieser neuen Strategie erhält der Kanton Freiburg eine ambitionierte und moderne Vision für die mittel- und langfristige Energienutzung und –versorgung. Diese Strategie, die darauf ausgerichtet ist, die heutigen und zukünftigen Herausforderungen unserer Gesellschaft zu bewältigen, wurde nach dem Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung aufgestellt und soll eine auf die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Wirtschaft abgestimmte Versorgung sicherstellen, gleichzeitig aber auch der Klimaproblematik Rechnung tragen. Auf diese Weise möchte der Staatsrat eine effiziente und umweltgerechte Energiepolitik führen, die es dem Kanton erlaubt, sich auch in Zukunft harmonisch weiterzuentwickeln.
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